Mitarbeiterbindung und -engagement in Krisenzeiten

Kategorie: Karriere-News | Quelle/Autor: www.personalwirtschaft.de | Datum: 25. 05. 2010 |

Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise ist das Engagement der Mitarbeiter stabil geblieben oder sogar gestiegen. Sie haben sich flexibel auf die Situation eingestellt, die auch in ihrem Unternehmen oft angespannt war. Allerdings sehen sie auch Anlass zu Kritik.
Die Arbeitnehmer zeigen sich auch verantwortlicher in Bezug auf ihre finanzielle Vorsorge, zumal sie die Perspektiven als unsicher bewerten. Weltweit gibt es weniger Demotivierte. Die Mitarbeiter sind bereit, für ihren Aufgabenbereich und ihre berufliche Entwicklung Verantwortung zu übernehmen. Allerdings beklagen viele Beschäftigte, dass sie nicht genügend von ihren Vorgesetzten unterstützt werden. Das sind Ergebnisse der Towers Watson Global Workforce Study 2010. Die Studie, die seit 2003 zum vierten Mal durchgeführt wurde, untersucht die wesentlichen Treiber von Mitarbeiterengagement und -bindung sowie die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber.
Die Hälfte der deutschen Beschäftigten hat derzeit kein Interesse daran, den Arbeitgeber zu wechseln. Schätzen Mitarbeiter jedoch das Top-Management als ineffektiv ein, steigt die Bereitschaft, das Unternehmen zu verlassen. Die Befragten messen der Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz flexibel zu wählen und zu gestalten, eine sehr hohe Priorität ein. Allerdings sagen 55 Prozent, dass sie nicht über diese Flexibilität verfügen. Diese Mitarbeiter zeigen sich oft weniger zufrieden und fühlen sich häufiger frustriert und unter Stress.
Weitere Kritikpunkte ergeben sich dadurch, dass die angespannte wirtschaftliche Situation zu mehr Leistungsdruck und Kontrolle in den Unternehmen geführt hat. Aus Sicht der Mitarbeiter ist die Bereitschaft ihrer direkten Führungskräfte, differenziert mit ihnen umzugehen, nur gering ausgeprägt. Das bezieht sich besonders auf den Umgang mit schlechten Leistungen und auf die monetäre Würdigung von Erfolg. Vor allem Leistungsträger haben hohe Erwartungen an die Fähigkeiten ihrer Vorgesetzten.