Outplacement-Umfrage: Führungskräfte stehen im Mittelpunkt

Kategorie: Karriere-News | Quelle/Autor: BWA Bonn | Datum: 26. 11. 2009 |

Die Bonner Wirtschaftsakademie (BWA) verzeichnet seit Beginn der Wirtschaftskrise seitens der Unternehmen eine mehr als doppelt so hohe Nachfrage an Outplacement-Beratung. Outplacement wird vom Arbeitgeber bezahlt und unterstützt entlassene Beschäftigte professionell, neue berufliche Herausforderungen zu finden. "Das gestiegene Interesse an Outplacement zeigt, dass die Arbeitgeber stärker als früher die Vorteile von Outplacement gegenüber herkömmlicher Kündigung für sich entdeckt haben und sich fair von ihren Mitarbeitern trennen wollen. Denn bei diesen löst die Kündigung zumeist Ängste und Verunsicherungen aus", sagt Harald Müller, BWA-Geschäftsführer. Mit einer Umfrage unter Personal- und Arbeitsmarktexperten hat die BWA die Nutzung und Bewertung von Outplacement untersucht.
Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) gehen davon aus, dass Outplacement vor allem bei Beschäftigten mit einem Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro eingesetzt wird. 45 Prozent sagen, dass Outplacement in der Gehaltsklasse zwischen 75.000 und 100.000 am häufigsten genutzt wird. Den Anteil der Unternehmen, die Outplacement für Führungskräfte anbieten, schätzt die Hälfte (49 Prozent) der Befragten auf 10 bis 20 Prozent und ein Viertel (25 Prozent) auf 20 bis 30 Prozent. Normale Beschäftigte kommen nach Einschätzung von drei Viertel (76 Prozent) der Experten nur bei weniger als 10 Prozent der Unternehmen in den Genuss der Beratung (Mehrfachnennung möglich). Outplacement ist also nach wie vor ein Instrument, mit dem sich Unternehmen vor allem von Führungskräften trennen.
Unternehmen, die per Outplacement eine faire Trennungskultur praktizieren, signalisieren ihren Mitarbeitern, dass sie sie in dieser belastenden Situation nicht alleine lassen. Diese Unterstützung zahlt sich für das Unternehmen aus. Sehr wichtig ist für 75 Prozent der befragten Experten, dass sich die Ausübung der sozialen Verantwortung des Unternehmens positiv auf das Betriebsklima und die Produktivität der verbliebenen Mitarbeiter auswirkt. Dass sich die üblichen Reibungsverluste durch die enge Kooperation der Sozialpartner minimieren, erachten 55 Prozent der Befragten für sehr wichtig und 39 Prozent für wichtig. Die Einsparung von Kosten für Abfindung und Freistellung sehen 20 Prozent als sehr wichtig und 71 Prozent als wichtig an.
"Mit Outplacement können Unternehmen in der Krise die besten Mitarbeiter halten und sich mit einem positiven Arbeitgeberimage für den Kampf um die besten Talente in Stellung bringen", fasst Harald Müller die wichtigsten Vorteile von Outplacement für Unternehmen zusammen.