Gute Jobaussichten mit Erneuerbaren Energien – aber nur, wenn die Ausbildung stimmt

Kategorie: Karriere-News | Quelle/Autor: WILA Bonn | Datum: 25. 04. 2016 |

Wer in den Erneuerbaren Energien (EE) arbeiten möchte, hat momentan als Elektroniker/in die besten Karten. Die meisten offenen Stellen gibt es dabei im Windenergiesektor und in Wartung & Service von EE-Anlagen. Allerdings sollte man wetterfest sein: Fast jede vierte ausgebildete Fachkraft im Bereich grüner Energien arbeitet unter freiem Himmel. Das fand eine kürzlich erschienene Arbeitsmarkt-Studie des Wissenschaftsladen Bonn heraus.

Es existiert in Deutschland keine duale Ausbildung, die speziell für das Arbeitsfeld der Erneuerbaren Energien qualifiziert. Vielmehr führen verschiedene Ausbildungen in die Erneuerbaren Energien. Jugendliche, die heute eine Ausbildung als Elektroniker/in anfangen, können sicher davon ausgehen, einen Job im Markt der grünen Energien zu finden. In 42 Prozent aller Stellenanzeigen wird nach elektrotechnischen Fachkräften gesucht. Aber auch Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (17 Prozent) und Mechatroniker/innen (16 Prozent) haben gute Aussichten auf eine Anstellung.

Auch Personen mit auf den ersten Blick nicht so einschlägiger Ausbildung können den Einstieg in den Bereich regenerativer Energien schaffen. Dazu zählen zum Beispiel Dachdecker/innen oder auch Land- und Forstwirt/innen, die eine ganze Reihe von technischen Qualifikationen mitbringen, die in den Erneuerbaren Energien gefordert sind. Das Arbeitsfeld ist also ziemlich durchlässig. Die Studie nennt insgesamt 31 Aus- und Weiterbildungsberufe, mit denen man im Markt der grünen Energien arbeiten kann.

Gute Jobaussichten haben momentan vor allem diejenigen, die im Windenergiesektor arbeiten möchten. Dort ist der Bedarf an ausgebildeten technischen Fachkräften enorm: 43 Prozent der Stellenanzeigen stammen aus Unternehmen dieses Bereichs. Es folgen mit 16 Prozent die Gebäudetechnik und mit 15 Prozent der Bereich Photovoltaik. Ein genauerer Blick in die Studie verrät: Windenergieunternehmen suchen Fachkräfte mit ganz verschiedener technischer Ausbildung. Neben Metallbauer/innen sind das beispielsweise Elektroanlagenmonteur/innen oder Technische Zeichner/innen.

Gesucht werden auch technische Fachkräfte für den Service, also jene, die sich um Reparatur und Wartung von Anlagen der Erneuerbaren Energien kümmern. Jede zweite ausgewertete Stellenanzeige spricht technische Servicekräfte an, jede vierte Fachkräfte für Installation, jede zehnte Fachkräfte für Planung. Ganz oben auf der Wunschliste steht übrigens technisches Servicepersonal für Biogasanlagen.

Neben dem technisch-fachlichen Hintergrund sind aber noch weitere Qualifikationen wichtig: Gute Anstellungschancen hat, wer Englisch spricht. In einem Drittel der Stellenanzeigen wurde die Beherrschung der Fremdsprache vorausgesetzt, zumal viele Unternehmen mittlerweile international aufgestellt sind. Für Fachkräfte heißt das: Sie sollten unter Umständen bereit sein, im Ausland zu arbeiten. Bei gut 10 Prozent der Stellen wird diese Bereitschaft gefordert. Für viele technische Berufe der grünen Energien sollte man zudem wetterfest sein. Denn fast jede vierte ausgebildete Fachkraft arbeitet unter freiem Himmel.

Die Arbeitsmarktanalyse ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „Serena“. Neben dem WILA Bonn sind an ihm die Technische Universität Dresden und das GameStudio „the Good Evil“ beteiligt. Die vollständige Studie finden Sie hier.