Energiemanager: Qualifikation mit Zukunft

Kategorie: Karriere-News | Quelle/Autor: EnergyRelations | Datum: 05. 01. 2016 |

Energie sparen, so lautet die Devise in der deutschen Wirtschaft. Seit Ende 2015 besteht bundesweit für große Unternehmen und auch Kommunen eine Pflicht zum Energieaudit. Ziel sind überprüfbare Energieeinspeisungen, und Kosteneinsparungen durch ein systematisches Energiemanagement. Energieeffizienz gilt als Wachstumsmarkt, der gute Jobperspektiven bietet.

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) und die neuen Energieaudits nach dem Gesetz über Energiedienstleistungen (EDL-G) treiben in Deutschland die Energieeffizienz voran. Für große Unternehmen bedeutet dies, dass ein Energiemanagementsystem nach der internationalen Norm DIN EN ISO 50001 eingeführt und testiert werden muss, wenn sie weiterhin in den Genuss von Vergünstigungen bei der Stromsteuer kommen wollen. Kleine Unternehmen müssen seit letztem Jahr Energieeffizienzmaßnahmen ausarbeiten und bewerten. Wer dazu ein Energiemanagementsystem einführt braucht eine funktionierende betriebliche Kommunikation, klare Strukturen in der Organisation und geschulte Mitarbeiter/innen. Gefragt sind da Energiemanager!

Was macht ein Energiemanager?

Energiemanager gelten als sparsam, schließlich müssen sie Energie sparen, den Energiefluss überwachen und Energieverschwender aufstöbern! Ihr Auftrag: die Energiesituation in Unternehmen durch betriebswirtschaftliche Maßnahmen, Abgabenlastenreduzierung und Effizienzmaßnahmen gleichermaßen zu optimieren und moderne Energiemanagementsysteme zu integrieren. Produktion, Gebäude und Anlagen werden dabei auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht und effizienter gestaltet. Dies spart Kosten, dient der Umweltbilanz und den wachsenden Kundenanforderungen in punkto Nachhaltigkeit. Nicht selten sind daher die Arbeitsgebiete des Energiemanagers im Management angesiedelt (z.B. Qualitätsmanagement), häufiger in Produktion, Beschaffung oder Vertrieb.

Beruf und Ausbildungen wie „EnergieManager IHK“ gibt es ja schon seit Jahren. Jedoch haben sich Aufgaben und Methoden seit dem verändert. Durch die Energiewende hat Energieeffizienz vor allem in Industrie und Gewerbe Konjunktur. Vielfältig und breit gefächert sind die Einsatzgebiete eines Energiemanagers. Sie können bei Stadtwerken und Energieversorgern tätig sein, ebenso bei energieintensiven Unternehmen (z.B. Automobil- und Chemiebranche), in Ingenieurs- und Planungsbüros, bei Energieeffizienz-Dienstleistern, Zertifizierern oder bei  Anbietern von Contracting- und Systemdienstleistungen.

Wie wird man Energiemanager?

Idealerweise dient als Grundlage ein Studium im technisch-naturwissenschaftlichen oder ingenieurwissenschaftlichen Bereich (z.B. Umweltinformatik, Energietechnik, Energie- und Ressourcenmanagement). Werden Tätigkeiten auf Führungsebene oder in Wissenschaft und Forschung angestrebt, ist ein Masterstudium empfehlenswert. Vorteilhaft sind analytische Fähigkeiten, Kenntnisse integrierter Managementsysteme, Controlling Know-how sowie Rechtskenntnisse zu Gesetzen und Verordnungen wie z.B. die DIN EN ISO 50001 "Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung".

Spezielle Studiengänge zum Energiemanagement gibt es z.B. an den Hochschulen Heilbronn und Ansbach. Master-Studiengänge in Energieeffizienz ermöglichen beispielsweise die Uni Kassel, aber auch die FH Brandenburg sowie die HS Reutlingen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Fernstudiengängen wie beispielsweise an der Beuth Hochschule für Technik Berlin oder der HS Koblenz-Landau.

Für Techniker (mit Berufsausbildung), die im operativen Energiemanagement arbeiten, gibt es von den Handwerkskammern oder den TÜV-Akademien zahlreiche Weiterbildungsangebote zum „Energieeffizienz-Experten“ oder zur „Energiemanagement-Fachkraft“. Berufsbegleitende Fernlerngänge wie von der ILS oder von WBS Training stehen ebenfalls hoch im Kurs.

Warum Energiemanagement immer wichtiger wird?

Energieeffizienz gilt als wirtschaftlicher Faktor und „Wunderwaffe“ für die Energiewende. Das Marktvolumen für Energieeffizienz-Dienstleistungen soll in Deutschland von derzeit knapp vier Milliarden Euro bis 2015 auf mehr als fünf Milliarden zunehmen. Kunden für mehr Energiemanagement sind vor allem Industrie und Gewerbe. Hier zahlen sich Investitionen in Energieeffizienz schnell aus und sind auch noch gut für das „grüne“ Image.

Dies unterstreichen auch die die Gewinner des Energy Efficiency Award 2015: Den ersten Preis erhielt das Einzelhandelsunternehmen Lidl für die Entwicklung eines energieeffizienten Filialtyps und dessen Umsetzung an 217 Standorten. Den zweiten Preis bekam die mittelständische Bauer Unternehmensgruppe für die systematische Reduzierung von Strom- und Wärmebedarf durch betriebliches Energiemanagement. Der dritte Preis ging an den Betreiber von Infrastruktureinrichtungen InfraLeuna für ein betriebsübergreifendes, optimiertes Mitteldruckdampfsystem. Zusätzlich erhielt das in Indien beheimatete Unternehmen für Umformtechnik Bharat Forge einen Anerkennungspreis für die bedarfsgerechte und optimierte Steuerung seiner Kälteerzeugung.