Schöne neue Arbeitswelt

Kategorie: Karriere-News | Quelle/Autor: EnergyRelations | Datum: 06. 08. 2015 |

Microsoft hat die Anwesenheitspflicht im Büro bereits abgeschafft. Virgin-Chef Richard Branson erlaubt seinen Mitarbeitern künftig, so viel Urlaub zu nehmen, wie sie möchten und wann sie wollen. In vielen Unternehmensberatungen werden fest zugewiesene Arbeitsplätze immer seltener und müssen im Voraus gebucht werden. Und wer neuen Spirit für seinen Job braucht, der ruft den „Feelgood-Manager“. Alles soll anders werden in unserer schönen neuen Arbeitswelt.

Die Home-Office-Debatte der vergangenen Jahre war nur der Anfang hin zu modernen Arbeitswelten. Wesentlicher Treiber dieses Wandels: die Trends Individualisierung und Digitalisierung. Beschäftige wollen ihre Zeitaufteilung selbst bestimmen und dank neuer Kommunikationstechniken den Job flexibel erledigen. Insbesondere die junge Generation strebt nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung im Unternehmen. Nach der Studie Fast Forward 2030 soll Arbeit künftig zu einem Konsumerlebnis werden. Arbeiten mit Sinn und möglichst in Büros mit  Wohlfühlambiente. Firmen wie LEGO und Google machen es bereits vor: Stimmt das Ambiente im Büro, dann stimmt auch die Arbeitsqualität, die Motivation und die Kreativität steigen.

Die familienfreundliche Unternehmenspolitik erlebt eine Wende: Flexible Arbeitsangebote für unterschiedliche Lebensphasen werden in der Belegschaft immer beliebter! Die aktuelle Recruitingstudie des Centre of Human Resources Information Systems zeigt es auf: 86 Prozent aller Arbeitnehmer arbeiten lieber in Unternehmen, die flexible Arbeitszeiten anbieten. Das  gute Arbeitsmodelle und flexible Arbeitszeiten klare Wettbewerbsvorteile im Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte haben, steht außer Frage. Nur leider zeigt sich in deutschen Firmen ein deutlicher Nachholbedarf. In der Roland Berger Strategy Consultants Studie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind fast 80 Prozent der Führungskräfte davon überzeugt, dass ihre Unternehmen auf die wachsenden Ansprüche der Beschäftigten nach einer besseren, umfassenden Vereinbarkeit von Beruflichem und Privatem noch nicht gut vorbereitet sind. Wen wundert es da, dass deutsche Angestellte ihrer Work-Life-Balance im internationalen Vergleich eher schlechte Noten geben. Denn im OECD Better Life Index zum Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben liegt Deutschland schon seit Jahren unter dem internationalen Durchschnitt und im Ranking hinter Ländern wie Dänemark, Brasilien oder den Niederlanden.

Coworking, flexible Home-Office-Regelungen, Desk-Sharing und Vertrauensarbeitszeiten liegen zweifelsohne im Trend. Unter dem Begriff „Work-Life-Blending“ prognostizieren Forscher für die nächsten Jahre die weitere Verschmelzung von Arbeits- und Privatleben. Arbeit soll sich in Zukunft noch mehr an den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen ausrichten: mehr Selbstbestimmung, Freiheit, Kreativität und ausreichend Freizeit. Die Ansprüche sind hoch und ob die neuen Modelle erfolgreich sein werden, dies muss sich erst noch zeigen. iPhones und iPads machen es aber halt möglich: Von Zuhause und auch möglichst noch nach Dienstschluss E-Mails lesen, schreiben und telefonieren. Einige Unternehmen wie BMW und E.ON rudern bereits in punkto digitaler Freiheit und ständiger Erreichbarkeit zurück und verbieten Mails nach Feierabend. Für Mitarbeiter soll es schließlich auch private Zeiten geben, in denen sie für die Firma unerreichbar bleiben.

Die Zukunft der Arbeit wird von Region zu Region unterschiedlich sein und nicht alle Branchen ticken gleich. Wie sich die Arbeitswelten speziell in der Energiebranche ändern, darüber informiert das Personalforum Energie am 1./2. Oktober 2015 in Köln.