Kaum Frauen in Top-Jobs der Energiewirtschaft

Kategorie: Karriere-News | Quelle/Autor: PWC | Datum: 17. 12. 2014 |

In den Führungspositionen der Energiewirtschaft sind Frauen noch immer die Ausnahme. Sie besetzen mal gerade 3,6% der Vorstandsposten, nicht einmal 5,5% sind in der Geschäftsführung eines Stadtwerks oder Energiedienstleisters tätig. Etwas besser sieht es bei Verwaltungs- und Aufsichtsräten aus: 11,6% sind davon in weiblicher Hand. Ingesamt liegt der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der Energiewirtschaft bei 10,1%, bei den erneuerbaren Energien nur bei 8,3%. 

„Führungspositionen in Unternehmen werden in der Energiewirtschaft nach wie vor zum Großteil mit Männern besetzt. Frauen sind im Vorstand oder in der Geschäftsführung die Ausnahme. Das gilt insbesondere auch für Unternehmen der Erneuerbaren Energien“, nennt Dr. Nicole Elert, Partnerin und Energieexpertin bei PwC, ein zentrales Ergebnis der Umfrage „Frauen in der Energiewirtschaft“. Dazu wurden im August 2014 rund 2000 Unternehmen sowie 200 Ministerien und Referate, Ausschüsse und Fraktionen sowie 85 Verbände und 20 wissenschaftliche Einrichtungen befragt.

Nur jede zehnte Top-Position in der Unternehmensführung wird von einer Frau besetzt. Bei den Vorständen beträgt ihr Anteil sogar nur 3,6 Prozent, in der Geschäftsführung 5,5 Prozent. Frauen nehmen 11,6 Prozent der Aufsichtsratsjobs und der Stellen mit Prokura ein. „Noch schlechter sieht es bei Unternehmen der Erneuerbaren Energien aus. Der Anteil von Frauen in der Unternehmensführung liegt dort mit 8,3 Prozent unter dem Schnitt der gesamten Energiewirtschaft“, betont Elert. Unter den Vorständen bei Unternehmen der Erneuerbaren Energien ist der Frauenanteil mit nur einem Prozent verschwindend gering.

Mehr weibliche Führungskräfte in Fachabteilungen

Auf Ebene der Fachabteilungen liegt der Anteil der Frauen zum Teil dagegen deutlich höher, wie die Umfrage zu Tage fördert. Vor allem im Bereich Werbung, Marketing und Presse machen Frauen in Führungspositionen 40,1 Prozent aus, in der Personalführung sind sie mit 38,2 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich stark vertreten. Ganz anders stellt sich das Bild im Vertrieb, der IT oder der Abteilung Technik und Fertigung dar: Dort sind Frauen in leitenden Stellen rar. Insgesamt sind aber immerhin 23,7 Prozent der fachlichen Führungspositionen mit Frauen besetzt.

Höherer Frauenanteil bei öffentlichen Arbeitgebern

Geht es um Führungsjobs im Bereich Energiewirtschaft in Politik, Behörden und Verbänden und wissenschaftlichen Instituten sind Frauen in Führungspositionen mit 27 Prozent stärker vertreten als in privat geführten Unternehmen: „Wir können dabei aber ein starkes Nord-Süd-Gefälle beobachten. Die nördlichen Bundesländer sind mit einem Frauenanteil von 35 Prozent die Vorreiter, während die südlichen Bundesländer mit 15 Prozent deutlich schlechter abschneiden“, betont Elert.

Frauennetzwerk wichtig für Karriereförderung

Um Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen und zu begleiten, haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Frauennetzwerke gegründet: „Hier können Frauen ein Netzwerk aufbauen und Kontakte knüpfen. Solche Netzwerke helfen, Karrieren zu fördern, zu begleiten und anzustoßen“, sagt Dr. Nicole Elert, die vor vier Jahren bei PwC das Frauennetzwerk women&energy ins Leben gerufen hat. Derzeit gibt es laut der PwC-Umfrage 15 Netzwerke im Bereich der Energiewirtschaft. Davon wurden zehn Netzwerke von Unternehmen wie E.On, EnBW oder RWE für die eigenen Mitarbeiterinnen eingerichtet. Lediglich 4 Netzwerke haben ihren Fokus auf erneuerbare Energien.

Weitere Informationen: www.pwc.de/frauen_energiewirtschaft