Energie in Bürgerhand

Kategorie: Karriere-News | Quelle/Autor: EnergyRelations/DGRV | Datum: 17. 07. 2014 |

Der Trend zu Energiegenossenschaften hält weiter an. Mit wenig Geld engagieren sich immer mehr Bürger für lokale Energieprojekte rund um Photovoltaik, Windkraft oder die Direktvermarktung von selbst erzeugtem Strom. Deutschlandweit sind es schon 200.000 Mitglieder, die über 1,3 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert haben und ihre Projekte ehrenamtlich managen. Energiegenossenschaften bieten erste Jobperspektiven und ein Markt für Weiterbildung.

 

Die 800 beim Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband organisierten Energiegenossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag für die  Energiewende. Über 200.000 Menschen engagieren sich bereit in genossenschaftlichen Erneuerbare-Energien-Projekten, von der Energieproduktion und -versorgung, über den Netzbetrieb bis hin zur Direktvermarktung. So richtigen Aufwind haben Energiegenossenschaften erst in den letzten 3-4 Jahren bekommen: Seit 2011 hat sich ihre Anzahl um 36 Prozent erhöht, allein 2013 wurden 128 neue Genossenschaften zur Energiegewinnung in Bürgerhand gegründet.

Nun droht das neue EEG die kleinen Marktakteure etwas auszubremsen. Denn obwohl im Koalitionsvertrag mehr Bürgerbeteiligung versprochen wurde, wird die Aktivität von Energiegenossenschaften nach Auffassung des Bündnis Bürgerenergie durch immer neue bürokratische Stolpersteine und die geplante Belastung des Eigenverbrauchs eingeschränkt. Die Unsicherheiten zeigen erste Auswirkungen! Fast jede dritte Genossenschaft wird nach Einschätzung des DGRV in diesem Jahr weniger Investitionen vornehmen und weniger Mitglieder aufnehmen. Zum Vergleich: Energiegenossenschaften haben bislang rund 1,35 Milliarden Euro in den Ausbau Erneuerbarer Energien investiert. Allein in diesem Jahr werden rund 300 Millionen Euro an Investitionen zurückgehalten.

Bei aller Unsicherheit durch die aktuelle Energiepolitik, der Zulauf bei den Energiegenossenschaften wird auch weiter anhalten. Denn wo sonst können sich engagierte Bürger bereits mit 10 Euro für die Energiewende einsetzen, wo sind Renditen aus Grünstrom-Beteiligungen von bis zu 7 Prozent möglich. Bis zu 7.000 Mitglieder zählen die größten Genossenschaften in Deutschland und nur 8 Prozent der Mitglieder sind Unternehmen, Banken, Kommunen oder öffentliche Einrichtungen. Meist sind es Privatpersonen, die über eine eG in Bürgerkraftwerke investieren, Energie erzeugen oder regionale Netze betreiben. Meist sind es Privatpersonen, die sich ehrenamtlich neben ihrem Job als Elektrotechniker oder Jurist um die laufenden Geschäfte, die Finanzierung oder die technischen Herausforderungen innerhalb der Genossenschaft kümmern. Um die Genossenschaft aber nach der Gründung richtig voranzubringen und um Energieprojekte auch effizient zu betreiben, braucht es Fachleute.

Das nötige Handwerkszeug für das Management von Energiegenossenschaften gibt es über die Weiterbildung zum „Projektentwickler/Promoter für Energiegenossenschaften“. Die bundesweit einmalige Qualifizierung besteht aus Präsenz- und Online-Phasen sowie Fortbildungsseminaren und wurde von der innova eG ins Leben gerufen. Die Teilnehmer/innen erwerben in vier Monaten die Kompetenzen, um Energiegenossenschaften selbst zu initiieren und bei ihrer Gründung zu unterstützen.

Bieten sich rund um Energiegenossenschaften neue Jobperspektiven?  Traditionell leben Genossenschaften ja vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. In erst wenigen – schon seit Jahren funktionierenden Genossenschaften – sind auch tatsächlich Arbeitsplätze entstanden. Der „bezahlte“ Projektentwickler/Promoter ist in Energiegenossenschaften bislang noch die Ausnahme. Aber immer häufiger finden sich Promotoren und Koordinatoren für Energiegenossenschaften bei den übrigen Marktakteuren und zwar unter den Beschäftigen bei Projektierungsanbietern der Erneuerbaren Energien und bei Stadtwerken und Energieversorgern. Dieser Trend wird in den nächsten Jahren zunehmen, denn die meisten Energiegenossenschaften sehen ihre Zukunftsperspektive in einer Direktvermarktung sowie in einer Kooperation mit den örtlichen Energieversorgern.

Weitere Informationen unter www.energiegenossenschaften-gruenden.de