Transformation der Energiewirtschaft

Seit der Energiewende und dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie wächst der Veränderungsdruck auf die Energiemärkte in Deutschland. Die Digitalisierung ist Treiber zu gleich - von mobilen und smarten Energielösungen bis hin zu ganz neuen Geschäftsfeldern. Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende wurde das Startsignal für Smart Grid, Smart Meter und Smart Home in Deutschland gegeben. Im Zentrum: Die Einführung intelligenter Messsysteme. Die Folge: Die (digitale) Transformation macht aus Energielieferanten Energiedienstleister!

Die Energiewirtschaft wird immer grüner, der Anteil der erneuerbaren Energien wächst beständig! Im Stromsektor deckten die erneuerbaren Energien 2018 fast 38 Prozent des gesamten deutschen Bruttostromverbrauchs. Bei der Wärme stieg der Beitrag der erneuerbaren Energien nur leicht an und liegt mit knapp 14 Prozent in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Im Verkehrssektor steigt der Anteil leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch für Strom, Wärme und Verkehr insgesamt steigt von 15,5 Prozent im Jahr 2017 auf vorläufig 16,6 Prozent im Jahr 2018. Damit nähert sich Deutschland seinem verbindlichen Ziel von 18 Prozent im Jahr 2020, welches sich aus der aktuellen EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG ergibt.

Dezentrale Erzeugung, Energieeffizienz, Elektromobilität und neue (digitale) Energie-Dienstleistungen sind auf dem Vormarsch und verändern die Geschäftsmodelle der klassischen Energieversorger bzw. bringen aber auch immer neue Energie-Player in den Markt.

Die Zahl der Unternehmen in der konventionellen Energiewirtschaft hat sich trotz Regulierung und zahlreicher Fusionen erhöht und beläuft sich heute auf über 1.100 Stromunternehmen und circa 700 Gasunternehmen. Überregionale Verbundunternehmen wie E.ON, RWE, EnBW, oder Vattenfall Europe sichern 80 Prozent des deutschen Strommarktes. Insgesamt gibt es 876 reine Endversorger, die überwiegend als kommunale Stadtwerke Betreiber und Eigentümer des lokalen Verteilungsnetzes (Strom-, Wasser-, Gas- und Fernwärmenetz) sind und Gewerbe- und Privatkunden versorgen. Die überregionalen Verteilnetze (Hochspannung) werden von vier Netzbetreibern (Amprion, TenneT, 50Hertz und TransnetBW) betrieben.

Seit der Liberalisierung sind über 150 Unternehmen neu in den Energiemarkt getreten, vor allem im Bereich der Energiedienstleistung (z.B. Stromhandel und -vertrieb, Emissionshandel, Billing oder Energie-Effizienz). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anbieter für Netze/Energieübertragung, Energie-Contracting, und Umwelttechnik/-management sowie auf die Energiewirtschaft spezialisierte IT- und Softwareanbieter, Unternehmensberater sowie Gutachter bzw. Zertifizierer. Im Bereich der Energietechnik überwiegen die Kraftwerks- und Anlagenbauer sowie Hersteller für Netztechnik, Zählerwesen, Messtechnik oder Geoinformationssysteme.

Der Markt der Erneuerbaren Energien zählt über 300 klassische Anbieter in den Bereichen Windenergie, Solarthermie/Photovoltaik, Bioenergie und Geothermie. Weitaus größer ist jedoch die Anzahl jener Unternehmen die sich rund um den Zukunftsmarkt Energie aufgestellt haben – ob mit technischen Produkten, Services oder Finanz- und Beratungsleistungen. Dazu zählen auch die klassischen Energieversorger mit Ihren neuen Geschäftszweigen oder Tochterunternehmen für regenerative Produkte.

Die Schweizer Energie

Der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien und der Ausbau der grenzüberschreitenden Stromnetze prägt derzeit den Schweizer Energiemarkt. Seit dem 1. Januar 2009 dürfen Grosskunden ihren Lieferanten frei wählen. Seit 2014 ist diese Möglichkeit auch für Kleinunternehmen und Private gegeben. Die schrittweise Liberalisierung des Schweizer Strommarktes ist die wohl grösste Veränderung für die Schweizer Strombranche - gefolgt von dem geplanten Atomausstieg ab 2030.

Der Energiemarkt Schweiz wird dominiert von der Axpo mit ihren Tochtergesellschaften Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg (EGL), Centralschweizerische Kraftwerke (CWK) und Nordostschweizerische Kraftwerke (NOK) sowie von der Alpiq mit den Töchtern Aare-Tessin (Atel) und EOS. Weitere große Energieversorger sind die BKW und die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich (EWZ). Dazu kommen rd. weitere 900 Energieunternehmen, meist kantonale oder regionale Firmen sowie kleine lokale Stromversorger auf Gemeindeebene, die Endkunden mit Strom, Gas und Wasser versorgen.

Österreich's Energiemarkt 

Auch Österreich will unabhängig von Atomstromimporten sein und plant daher einen massiven Ausbau der Öko-Kraftwerke sowie der Netz-Infrastruktur. Ziel ist es, Österreich vom Importeur zum Öko-Energie-Exorteur zu machen. Dazu soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf 85 Prozent ausgebaut werden.

Der österreichische Energiemarkt ist mehrheitlich geprägt von nationalen Erzeugungsunternehmen und vielen bundeseigenen Elektrizitätsunternehmen, die über die EnergieAllianz miteinander kooperieren. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Kleinkraftwerken sowie die Überwachungsbehörde E-Control. Die wichtigsten Stromerzeuger sind VERBUND, EVN und Wienstrom. Zu den großen Verteilergesellschaften zählen u.a. TIWAG, Salzburg AG und Energie Steiermark. Darüber hinaus gibt es reine Übertragungsnetzbetreiber und mit OMV und RAG zwei Erdöl- und Erdgasunternehmen. Der Bereich Erneuerbarer Energien ist im Wasserkraftland Österreich im Wesentlichen geprägt von Biomasse und Biogas sowie der Windkraft.

Quellen: