Berufe der Energiewirtschaft im Überblick

Welche Berufe sind typisch für die Energiewirtschaft? Welche Aufgaben und Funktionen sind charakteristisch und welche Voraussetzungen sind gewünscht? Welche neuen Berufsbilder bringen die Energiewende mit sich? Mehr dazu im nachfolgenden Überblick.

Hinweis: Die nachfolgenden Berufsbilder sind beispielhaft und beschränken sich weitestgehend auf den technischen Bereich der Energiewirtschaft. Branchenübergreifende Berufe wie z.B. im kaufmännischen Sektor sind bewusst nicht aufgeführt. Einzig aus Gründen der Lesbarkeit sind die Berufe auf die männliche Bezeichnung reduziert. Selbstverständlich sind bei allen Berufen ausnahmslos beide Geschlechter angesprochen.

Anlagenelektroniker

Zu seinen Aufgaben gehören die Instandhaltungs-, Montage-, Wartungs- und Entstörungsarbeiten an Kabelanlagen sowie die Ermittlung von Störungsursachen und Kabelschäden. Für die Ausübung dieser Tätigkeit ist eine Ausbildung z. B. im Bereich Kommunikations- oder Fernmeldeanlagenelektroniker notwendig.

Anlagenmechaniker

Zum Aufgabengebiet gehört die Fertigung, Montage, Instandhaltung, Erweiterung und der Umbau von Industriemaschinen und Anlagen. Einsatzort: Unternehmen der Erdöl- und Erdgasförderung, bei Wasserwerken oder Energieversorgungsunternehmen. Der Anlagenmechaniker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf.

Bauelektriker

Der Bauelektriker verantwortet Installationen, Wartungen und Reparaturen von Energieanlagen und –Kraftwerken. Bauelektriker arbeiten vorwiegend in Elektroinstallationsbetrieben; Voraussetzung für diese Tätigkeit ist eine Ausbildung in einem Elektroberuf.

Brunnenbauer

Brunnenbauer erstellen und sanieren Brunnen zur Förderung von Grundwasser. Einsatzgebiete sind Betriebe der Wasserwirtschaft, aber auch in der Erdöl- und Erdgasförderung (Brunnenbauer ist ein anerkannter Ausbildungsberuf).

Business Analyst Energiehandel

Das Aufgabengebiet des Business Analyst im Bereich Energiehandel ist vielschichtig wie z. B. die Neuentwicklung neuer Tarifmodelle und Informationssysteme für ein effizientes Energiemanagement oder die Durchführung von Business Cases. In der Regel ist ein Hochschulabschluss (Diplom / Master in Wirtschaftswissenschaften) vorzuweisen.

Chemielaborant

In der Energiewirtschaft ist der Chemielaborant überwiegend in der Anlagenüberwachung, der Durchführung von Brennstoff-, Kesselwasser- und Aschenuntersuchungen sowie der Dokumentation von Messwerten und Anlagezuständen tätig. Arbeitsplätze für den anerkannten Ausbildungsberuf finden sich sowohl in Kernkraftwerken wie auch in Bereichen der Erneuerbaren Energien.

Commercial Dispatcher

Dispatcher übernehmen die Steuerung, Optimierung und Überwachung von elektrotechnischen Systemen und Energiespeichern (z.B. Erdgas-Speicherportfolio) bis hin  zur operativen Vertragsabwicklung. Arbeitgeber sind u.a. Erdöl- und Erdgasproduzenten oder Energieversorger. Voraussetzung: Hochschulstudium Energietechnik.

Elektroanlagenmonteur

Zu seinen Aufgaben gehört die Montage, Installation, Wartung und Reparatur von Anlagen z. B. der Energieversorgungstechnik, Steuerungs- und Regelungstechnik. Potentielle Arbeitgeber sind Energieversorgungsunternehmen oder Hersteller elektrischer Anlagen und Bauteile. Die Ausbildung zum Elektroanlagenmonteur ist bundesweit geregelt.

Elektroniker Betriebstechnik

Sie installieren, warten und reparieren z. B. elektrische Betriebs-, Produktions- und Verfahrensanlagen, Schalt- und Steueranlagen sowie Anlagen der Energieversorgung. Betätigungsfelder sind unter anderem Hersteller industrieller Prozesssteuerungseinrichtungen, Elektroinstallationsbetriebe, die technische Gebäudeausrüstungen einbauen, oder Energieversorger.

Elektroniker Energie- /Gebäudetechnik

Die Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Anlagen der elektrotechnischen Energieversorgung steht im Vordergrund dieser Tätigkeit. Der Elektroniker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf (duale Ausbildung oder Ausbildung an schulischen Bildungsstätten).

Elektrotechniker (Energietechnik)

Die Tätigkeiten des Elektrotechnikers bestehen überwiegend aus der Entwicklung und Konstruktion von Baugruppen oder Einrichtungen der Energietechnik, der Überwachung deren Montage, Wartung, Service und des Vertriebs. Arbeitgeber finden sich vorwiegend in der Elektroindustrie oder in der Automatisierungstechnik. Die Weiterbildung zum Elektrotechniker ist landesrechtlich geregelt.

Energieberater

Der Energieberater ist sowohl in Privathaushalten wie auch in Wirtschaftsbetrieben tätig. Er prüft die Energieeffizienz an technischen Geräten/Systemen, informiert über die optimierte Energieausnutzung und erstellt Energiekonzepte. Voraussetzung: Ausbildung und berufliche Weiterbildung.

Energiehändler

Der Energiehändler handelt am Spot,- Termin- und Intradaymarkt der Börse überwiegend mit Strom und Gas.  Große Energieversorgungsunternehmen- und erzeuger sowie die Energiebörsen sind potentielle Arbeitgeber. Voraussetzung: Hochschulstudium z. B. der Wirtschaftswissenschaften.

Energiewirtschaftsmanager

Er bestimmt und verwirklicht die betriebswirtschaftlichen Ziele eines Unternehmens und übernimmt Führungs- und Managementaufgaben. Tätigkeitsfelder finden sich in allen Bereichen der Energiewirtschaft. Voraussetzung: Hochschulstudium z.B. Wirtschaftswissenschaft oder Energiewirtschaftsmanager.

Entwicklungsingenieur

In der Energiewirtschaft übernehmen Entwicklungsingenieure Projekte für die Neu- oder Weiterentwicklung von Enegieprodukten oder technische Verfahren zur Energieherstellung. Voraussetzung: ingenieurwissenschaftliches Studium z.B. Fachrichtung Elektrotechnik oder Maschinenbau.

Fachwirt Energie

Er erarbeitet Vorschläge für Investitionen zum Energiesparen bzw. der Energieeffizienz und zum Einsatz regenerativer Energieträger und setzt energiepolitische Strategien um. Arbeitgeber sind u.a. Kraftwerksbetreiber, Gaswerke oder Fernwärmeerzeuger. Berufliche Weiterbildung zum Fachwirt Energie an der IHK.

Fachagrarwirt Erneuerbare Energien

Er betreibt, kontrolliert und wartet Produktionsanlagen für erneuerbare Energien und ist für deren Effizienz zuständig. Arbeitgeber finden sich bei Betreibern von Biomasseheizkraftwerken oder Biogasanlagen. Die Qualifikation zum Fachagrarwirt bedarf einer Weiterbildung.

Fachkraft Wasserversorgungstechnik

Bei kommunalen und industriellen Wasserwerken, Wasseraufbereitungsunternehmen, Wasserkraftwerken und Pumpstationen bedient und überwacht er Maschinen und Anlagen, die Wasser fördern, aufbereiten oder weiterleiten. Weitere Arbeitgeber können Tiefbauunternehmen(Brunnen- oder Wasserbau) sein. Für die Tätigkeit ist eine gesetzlich geregelte Ausbildung notwenig.

Gebäudetechniker

Für die elektrische Energieversorgung und elektrotechnische Anlagen in Gebäuden aller Art ist der Gebäudetechniker verantwortlich: Er übernehmt die Installation elektrischer Sicherungen, Anschlüsse und Anlagen, Wartungsarbeiten und die Ermittlung von Störungsursachen und Fehlerbeseitigung. Grundlage: Weiterbildung zum Gebäudetechniker.

Geowissenschaftler

Beschäftigungsfeld für Geowissenschaftler sind die ökologischen und klimatischen Folgen der Energiegewinnung. Einsatzgebiete sind u.a. in Bergwerksgesellschaften oder Wasserwerken. Voraussetzung: Hochschulstudium der Geowissenschaften.

Industrietechniker Energietechnik

Der Industrietechniker ist im Bereich Entwicklung, Bau, Montage sowie der Wartung insbesondere von Kraftwerken oder anderen Anlagen der Energietechnik tätig. Voraussetzung: Ausbildung zum Industrietechniker.

Ingenieur Elektrotechnik (Automatisierungstechnik)

Elektrotechnik-Ingenieure verantworten die Planung, Entwicklung und Betreuung von Systemen, die technische Prozesse in Produktionsanlagen oder Kraftwerken automatisch steuern und regeln. Voraussetzung: Studium Elektrotechnik.

Ingenieur Energie- und Umwelttechnik

Die Tätigkeit umfasst die Beratung, Planung und Betriebsführung von Anlagen, Baubetreuung sowie Service- und Wartungstätigkeiten bei Anlagen und Technologien der Energie- und Umwelttechnik. Voraussetzung: Studium Energietechnik.

Ingenieur Regenerative Energietechnik

Er verantwortet die Entwicklung, Planung, den Betrieb und die Überwachung von Anlagen zur Nutzung erneuerbare Energiequellen. Regenerative Energietechnik ist ein eigenständiger Studiengang, kann aber auch als Schwerpunkt innerhalb anderer Studiengänge wie z. B. Maschinenbau oder Umwelttechnik absolviert werden.

Ingenieur Maschinenbau (Energie- und Reaktortechnik)

Zu den Aufgaben zählen die Forschung, Planung, Entwicklung, Konstruktion, Bau und der Betrieb von Maschinen und Anlagen zur Energieerzeugung-, -umwandlung, -speicherung und -verteilung wie z.B. bei Kraftwerksanlagenbauern oder in Kernkraftwerken. Energie- und Reaktortechnik wird als eigenständiger Studiengang angeboten.

Ingenieur Netztechnik

Er trägt die Verantwortung für die Planung, Konstruktion und Inbetriebnahme von Versorgungsnetzen von Strom, Gas oder Wasser. Arbeitgeber sind zum Beispiel Wasserkraftwerke oder unterschiedlichste Unternehmen der Energieversorgung. Die Berufsausübung ist nach einem Hochschulstudium der Fachrichtung Betriebs- und Versorgungstechnik (Master) möglich.

Ingenieur Verfahrenstechnik

Verfahrenstechnik-Ingenieure sind in der Entwicklung, Realisation und dem Betrieb von Prozessen tätig, in denen Produkte aus Rohstoffen gefertigt werden. Zudem planen, bauen und optimieren sie Apparate und Anlagen, die diese Prozesse umsetzen. Arbeitgeber sind u. a. Unternehmen in der Elektroindustrie und der Erneuerbaren Energien.

Ingenieur Versorgungstechnik

Er plant, baut und betreibt wirtschaftliche und umweltfreundliche Anlagen, die der Versorgung von Betrieben mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme dienen. Voraussetzung: Studium z.B. der Versorgungstechnik.

Ingenieur Wasserwirtschaft

Zu den Aufgaben gehören insbesondere die Planung und Bauleitung in den Bereichen Entwässerungsanlagen bzw. im Bereich Wasserversorgung und Abwassertechnik. Arbeitgeber sind Ingenieurbüros oder städtische oder private Wasserwirtschaftsunternehmen. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium, z. B. Ingenieurwesen Schwerpunkt Umwelttechnik.

Kesselwärter

Kesselwärter fungieren als Inbetriebnehmer von Kesseln im Kraftwerksbereich und sorgen für einen sicheren, wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Betrieb von Dampfkesselanlagen. Arbeitgeber sind hauptsächlich Energieversorgungsunternehmen. Voraussetzung: metall- oder elektrotechnische Ausbildung.

Kraftwerker

Seine Tätigkeit besteht vorrangig in der Inbetriebnahme, Bedienung, Überwachung und Wartung von Anlagen der Energie- und Krafterzeugung. Die berufliche Weiterbildung zum geprüften Kraftwerker ist bundesweit geregelt.

Manager Energievertrieb

Er verantwortet den Energievertrieb und ist für die eigenständige Erstellung von Vertriebskonzepten, den Aufbau, der Steuerung und Qualitätssicherung von abschlussorientierten Vertriebsstrukturen zu End- und Industriekunden verantwortlich. Voraussetzung ist ein Studium zum Beispiel BWL.

Mechatroniker

Er baut in der Energiewirtschaft mechanische, elektrische und elektronische Komponenten zu komplexen Systemen zusammen, installiert Steuerungssoftware und hält die Systeme instand. Hersteller elektrischer Anlagen und Bauteile und Hersteller von Windenergieanlagen sind potentielle Arbeitgeber.

Messtechniker Energietechnik

Messtechniker prüfen Störungsmeldungen im energietechnischen Bereich. Arbeitsbereiche findet er u.a. bei Stromnetzbetreibern, in Kraftwerken sowie bei Herstellern von elektronischen Erzeugnissen wie Generatoren oder Navigationsinstrumenten. Voraussetzung: Weiterbildung im Bereich Elektrotechnik.

Netzfachkraft Strom, Gas und Wasser

Die Qualifikation findet im Rahmen der Ausbilung zum Beruf „Elektroniker für Betriebstechnik“ statt; im Rahmen dessen werden Zusatzqualifikationen erworben, die die Absolventen später beim Arbeiten im Gas- und Wassernetz brauchen. Diese Ausbilung ist bundesweit einmalig und wird von der EnBW AG und der IHK Region Stuttgart angeboten.

Netzmonteur

Der Netzmonteur beschäftigt sich mit dem Bau und Betrieb der Versorgungsnetze und -anlagen. Er übernimmt technische Aufgaben bei Montage und Wartung und in der Betreuung der Kunden. Tätigkeitsfelder sind unter anderem in privatwirtschaftlichen und öffentlichen Unternehmen der Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung, bei Rohrleitungsbauunternehmen sowie Unternehmen der technischen Gebäudeausrüstung. Für die Tätigkeit ist eine berufliche Weiterbildung notwenig.

Netztechniker

Er analysiert die Netzwerkgrundlagen, plant den Einsatz von Computernetzen und installiert diese bzw. wirkt bei der Installation dieser Netzwerke mit. Betätigungsfelder finden sich u. a. im Bereich der Energietechnik. Voraussetzung: Ausbildung zum Techniker mit Schwerpunkt Elektrotechnik.

Netzwirtschafter

Er nimmt operative und strategische Aufgaben im Bereich der Netzwirtschaft wahr. Die Budgetierung der Netznutzungserlöse und die Kalkulation der Netznutzungspreise fällt ebenso in sein Aufgabengebiet. Arbeitgeber finden sich in Stromversorgungsunternehmen wie Elektrizitätswerke. Als Voraussetzung ist meist ein abgeschlossenes Ingenieurstudium (Master Abschluss) gefordert.

Nukleartechniker

Nukleartechniker steuern u.a. in Kernkraftwerken die Kernspaltung, führen Sicherheitstests durch und sorgen für die Visualisierung und Analyse von Messdaten. Voraussetzung ist ein Studium der Natur- oder Ingenieurwissenschaften mit Promotion Fachrichtung Physik bzw. Kerntechnik.

Servicetechniker Gasaufbereitungstechnik

Seine Tätigkeit umfasst die Inbetriebnahme von industriellen Gasreinigungsanlagen, die Durchführung von Wartungs- u. Servicearbeiten. Einsatz in Gasunternehmen ebenso wie im Bereich der Erneuerbaren Energien (Bioenergie). Voraussetzung z.B. Mechatroniker.

Solartechniker / Solarteur

Seine Tätigkeit beinhaltet die Berechnung, Konzeptionierung, Planung, den Bau, die Wartung und den Vertrieb von solarthermischen Anlagen und Photovoltaikanlagen. Voraussetzung ist ein Erstberuf als Anlagenmechaniker oder Elektroinstallateur, anschließend eine berufliche Weiterbildung.

Systemelektroniker

Systemelektroniker entwickeln elektrische und elektronische Komponenten, Geräte und Systeme wie z. B. bei Herstellern von Mess-, Steuer- und Regelungseinrichtungen oder elektrischen Ausrüstungen für die Energieübertragung. Die Ausbildung zu diesem Beruf ist bundesweit geregelt.

Techniker Umweltschutztechnik

Er übernimmt Fach- und Führungsaufgaben und Beratungstätigkeiten in der Entwicklung, Erprobung und Anwendung von Techniken zur Nutzung regenerativer Energiequellen. Die Arbeitgeber finden sich vorwiegend in Betrieben der Umwelttechnik oder der Energieversorger. Die Weiterbildung zum Techniker Fachrichtung Umweltschutztechnik ist landesrechtlich geregelt.

Verzahnungsmesstechniker

Die Entwicklung und der Bau von Verzahnungsmessmaschinen ist sein Fachgebiet. Er übernimmt Kontrollfunktionen von bestehenden Getrieben (u. a. für Windkraftanlagen). Arbeitgeber finden sich in Bereichen der klassischen Energietechnik wie auch in der der Erneuerbaren Energie.

Wassermeister

Er leitet die Wassergewinnung, -aufbereitung und -speicherung in Wasserwerken und Wasserversorgungsbetrieben, sorgt für den reibungslosen Betrieb des Wassernetzes, übernimmt notwendige Reparaturen am Trinkwassernetz und die Qualitätskontrolle sowie die Planung des Betriebsablaufes. Für die Tätigkeit ist eine berufliche Weiterbildung notwendig.

Windkraftservicetechniker

Bei Herstellern von Windkraftanlagen sind sie verantwortlich für Wartung, Reparatur und Instandhaltung der Windanlagen beteiligt. Voraussetzung: berufliche Ausbildung im elektrotechnischen Bereich und eine Weiterbildung zum Servicetechniker Windenergieanlagen.

Quellen: