Think Green: Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit in den Energieunternehmen

Spätestens seit Friday for Future ist der Klimawandel in aller Munde, der Druck in den Unternehmen, sich klar zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu positionieren und auch entsprechend zu handeln, wächst. Nachhaltigkeit ist aber nicht nur ein ökologisches Thema, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt und in der Berufswelt längst angekommen.

Klimaneutrale Dienstreisen, Power-to-X Technologien, Regenwaldschutzprojekte – Nachhaltigkeit ist ein facettenreicher Begriff und hat viele Dimensionen – umweltbezogene, wirtschaftliche und soziale. Energieunternehmen unterstreichen mit ihren Ökostrom-Angeboten, den Einsatz von Erneuerbaren Energien im Erzeugungsportfolio oder dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für eMobilität schon seit einigen Jahren Umweltbewusstsein und Klimaneutralität.

Stadtwerke müssen als kommunale Unternehmen im Rahmen ihrer Daseinsvorsorge quasi per Auftrag nachthaltig sein. Ökonomische, ökologische und soziale Belange spielen daher bei Investitionen immer eine größere Rolle. Beispiel: Stadtwerke Trier: In Trier wird nicht nur der Einsatz von regenerativem Strom in allen Sektoren verfolgt, sondern auch ein Höchstmaß von Flexibilität durch den Einsatz von KI in der Steuerung der Anlagen. Ob bei der CO2-neutralen Energieversorgung des neuen Rechenzentrums oder durch den Einsatz von WLAN-Access-Points an Straßenlampen. Für ihr Nachhaltigkeitsmanagement haben die Stadtwerke Trier den Sonderpreis Digitalisierung beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 erhalten.

Das Interesse für Grüne Jobs wächst

Klimaschutz schafft Arbeitsplätze und ist Motor für Beschäftigung in Deutschland. Über 1,5 Millionen Beschäftigte sind im Bereich Klimaschutz tätig. Energieeffizienz und Klimaschutzdienstleistungen sind ein wichtiger Jobmotor. Auch wenn die Beschäftigtenzahlen in der Erneuerbare-Energien-Branche seit einigen Jahren u.a. durch den Einbruch der Solarbranche rückläufig sind, liegen „Green Jobs“ im Trend. Deutliche Beschäftigungszuwächse werden unter anderem in der Wasserstoffindustrie prognostiziert. Bis zu 470.000 neue Arbeitsplätze sollen rund um die Power-to-X-Technologie sowie den Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur entstehen.

Nachhaltigkeit ist nicht nur ein “grünes” Thema. Auch wenn die ökologische Bedeutung meist an erster Stelle steht, gelten Themen wie Kultur, Corporate Social Responsibility und Arbeitgebermarke als ebenso wichtige Handlungsfelder. Studien zeigen, dass die Arbeits- und Berufswelt von den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung profitiert. Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen sehen im Personalbereich großes Potenzial, die Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen voranzutreiben, so das Ergebnis der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung. Als wichtige Maßnahme für mehr Nachhaltigkeit im Personalwesen geben die Befragten an, auf flexiblere Arbeitszeitmodelle, nachhaltige Gesundheitsschutz-Aktionen und klimaneutrale Dienstreisen zu setzen.

Arbeitnehmer bevorzugen nachhaltig engagierte Arbeitgeber

Für mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer ist Nachhaltigkeit mittlerweile ein wichtiges Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Umweltbewusstsein und nachhaltiges Wirtschaften schaffen nicht nur positive Effekte für den Arbeitsmarkt sondern auch interessante Berufsprofile. Beispiel: Nachhaltigkeitsmanager*in. Sie sollen die betriebsinternen Abläufe auf Nachhaltigkeit trimmen – von der klimaneutralen Energieerzeugung, dem Einsatz ökologischer Materialien und Geschäftsmodelle bis hin zur Erstellung des Nachhaltigkeitsberichtes. Um nachhaltige Unternehmensführung und Wachstum zu vereinen braucht die Branche ein gezieltes Nachhaltigkeitsmanagement und gut ausgebildete Nachhaltigkeits-Experten. Dafür kann ein MBA in Sustainable Management die Basis schaffen. Angebote dazu gibt es u.a. an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, der Ostfalia Hochschule in Salzgitter oder an der Leuphana Professional School in Lüneburg.

Quelle: EnergyRelations